Hochpreis-Coaching & der Preis des Erfolgs:
Warum höher, schneller, weiter dich krank macht
Es war ein ganz normaler Anruf. Am Telefon eine freundliche Stimme aus dem Team von Damian Richter. Ich hatte mir da vor einer Weile mal diese „Durchstarter-Box“ bestellt. Natürlich war der Call kein reines Kaffeekränzchen – am Ende geht es in diesem Karussell immer um die nächste Stufe, das nächste Level, das nächste teure Coaching.
Früher hätte ich vielleicht kurz geschluckt, mir eingeredet, dass ich noch nicht weit genug bin, und überlegt, ob ich das Geld investieren soll. Diesmal nicht. Ich habe der Dame am Telefon ganz ruhig etwas erzählt, das mein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt hat: Ich hatte im November letzten Jahres eine massive Bluthochdruckkrise. Mein Körper hat von einer Sekunde auf die andere die Notbremse gezogen.
Meine persönliche Geschichte
Ich saß am Schreibtisch. Ich habe zu dieser Zeit (mal wieder) ein Coaching gemacht und sehr viel an meinen Produkten gearbeitet und plötzlich merkte ich ein sehr komisches Gefühl. Druck und leichter Schwindel im Kopf, dabei einfach ein allgemeines Unwohlsein. Der Blutdruck lag bei Werten, bei denen mir die Notaufnahme unmissverständlich klar gemacht hat: So geht es nicht weiter. Ich kam mit 180/110 in die Notaufnahme, weil Nitrospray überhaupt keine Veränderung gebracht hat, wurde dann ordentlich mit Medikamenten vollgepumpt, was für meinen Körper noch mehr Stress war und mein Blutdruck stieg auf 222/111. Ich habe mich dann verabschiedet, weil mein Gefühl mir gesagt hat: das ist hier gerade nicht mein Weg. Meine Nachbarin hat mich wieder nach Hause gefahren und ich habe mich mit einer Hypnose zur Blutdrucksenkung ins Bett gelegt. Achtung: das hier ist meine Geschichte und soll dich nicht dazu verleiten, dies nach zu machen. Aber generell würde ich dir empfehlen, auf deine Intuition zu hören.
Seit diesem Tag sehe ich all diese gepredigten „Erfolgsprinzipien“ mit vollkommen anderen Augen.
Wenn dein eigenes Nervensystem kollabiert und dein Blutdruck durch die Decke schießt, bringt dir kein Tschaka-Seminar der Welt etwas. In diesem Moment schrumpft die ganze glänzende Coaching-Welt zusammen. Was bleibt, ist eine fundamentale Frage: Was ist Erfolg eigentlich wirklich wert, wenn er dich deine Gesundheit kostet?
Die große Illusion der Hochpreis-Coachings: „Jeder kann es schaffen!“
Wir kennen sie alle, die schicken Werbeanzeigen auf Instagram und YouTube. Männer in Maßanzügen oder Macher auf Binnenalster-Jachten, die dir erzählen, dass du nur ihr „System“ kopieren musst. Aber auch genug Frauen erzählen dir inzwischen, dass sie angeblich mit einer 20-Stunden-Woche Millionen scheffeln.
10k im Monat? Kein Problem!
In 90 Tagen zum sechsstelligen Business!
Du musst nur dein Mindset fitten und deine Blockaden sprengen!
Die Botschaft dahinter ist subtil, aber toxisch: Wenn du es nicht schaffst, bist du selbst schuld. Dann hast du einfach nicht hart genug skaliert, deine Glaubenssätze nicht tief genug gedreht oder schlichtweg nicht genug investiert.
Aber schauen wir doch mal hinter die Kulissen. Warum werden in all den Verkaufs-Webinaren und auf den großen Bühnen eigentlich immer und immer wieder dieselben drei bis fünf Erfolgsbeispiele herumgereicht?
Wo bleiben die echten Fakten? Wie viel Prozent der Teilnehmer von 5.000-Euro- oder 15.000-Euro-Programmen erreichen diese versprochenen Ergebnisse tatsächlich? Und vor allem: Warum redet niemand über die vielen anderen, die nach dem Coaching mit leeren Konten, Versagensängsten und einem völlig überlasteten Nervensystem dastehen?
Die Anatomie eines Verkaufsgesprächs
Ich kenne die Dramaturgie dieser Calls inzwischen auswendig, weil ich selbst genug davon mitgemacht habe. Erst die freundliche, warme Stimme, die nach deinen „Zielen“ fragt. Dann das aktive Zuhören, das sich fast wie Therapie anfühlt – bis genau an dem Punkt, an dem du deine größte Angst oder deinen größten Wunsch ausgesprochen hast, ganz sanft eingehakt wird: „Stell dir vor, in einem Jahr hat sich daran immer noch nichts geändert.“
Dann kommt die künstliche Verknappung: Nur noch zwei Plätze frei. Der Preis gilt nur bis heute Abend. Und zum Schluss die sanfte Schuldzuweisung, falls du zögerst: „Was hält dich wirklich davon ab, dir das zu gönnen?“ Als wäre Zögern automatisch ein Zeichen von Selbstsabotage, und nicht vielleicht einfach eine gesunde, berechtigte Vorsicht.
Das ist kein Zufall, das ist Verkaufspsychologie, die exakt so trainiert wird. Nichts davon ist per se böse gemeint – aber es ist eben auch kein neutrales Beratungsgespräch, sondern ein System, das darauf ausgelegt ist, deinen Widerstand zu senken, ganz egal, ob das Angebot wirklich zu dir passt.
Warum Standard-Erfolgsrezepte oft scheitern
Die Antwort ist simpel, wird in der Hochpreis-Branche aber konsequent verschwiegen: Wir sind keine Maschinen. Und wir sind vor allem nicht alle gleich.
Ein Pauschal-System, das auf extremen Druck, permanente Sichtbarkeit, Kaltakquise und „Chaka-Pushing“ aufgebaut ist, funktioniert vielleicht für einen sehr spezifischen Persönlichkeitstypus. Für jemanden, der von Natur aus eine enorme Stress-Toleranz hat und Energie aus ständiger Aktivität zieht.
Wenn du aber ein Mensch bist, dessen Nervensystem sensibel auf Druck reagiert – oder wenn dein Körper durch hormonelle Umstellungen, Alltagsstress und Jahre des „Durchziehens“ ohnehin schon auf Reserve läuft –, dann ist dieses ständige „Push & Crash“ reines Gift.
Ich kenne mittlerweile so viele Frauen, die genau in diese Falle getappt sind: Die eine hat sich für 8.000 Euro ein Coaching gekauft, das komplett auf täglicher Kaltakquise via Social Media aufbaute – und ist nach drei Monaten mit Panikattacken ausgestiegen. Die andere hat ein Jahr lang jede freie Minute in „Content-Batching“ gesteckt, weil „Konsistenz alles ist“, und irgendwann nicht mehr geschlafen, weil der Kopf nachts nicht abschalten konnte.
Wer versucht, sich in ein Schablonen-System zu pressen, das überhaupt nicht zur eigenen Natur passt, erzeugt im Körper eine permanente Alarmbereitschaft. Der Sympathikus läuft auf Hochtouren, Cortisol und Adrenalin überfluten das System. Irgendwann meldet sich der Körper mit Verspannungen, Schlaflosigkeit, Erschöpfung – oder eben mit einer Bluthochdruckkrise.
Was sich bei mir seitdem wirklich verändert hat
Es war kein Schalter, der über Nacht umgelegt wurde. Die ersten Wochen nach der Krise war ich vor allem erschöpft und ehrlich gesagt auch wütend – auf mich selbst, weil ich die Warnsignale monatelang ignoriert hatte. Herzrasen abends auf der Couch, das ich als „bin halt aufgeregt“ abgetan habe. Verspannungen im Nacken, die ich mit Schmerztabletten statt mit Pausen behandelt habe.
Heute sieht mein Alltag anders aus. Ich arbeite in Blöcken, die zu meiner Energie passen, statt stur nach einem Stundenplan, der irgendwo in einem Coaching-Modul stand. Ich sage Projekte ab, die sich falsch anfühlen, auch wenn sie auf dem Papier gut bezahlt wären. Und ich habe gelernt, kleine Körpersignale ernst zu nehmen, bevor sie zu großen werden.
Meine neue Definition von Erfolg: Was brauchst du wirklich?
Seit meinem Schuss vor den Bug habe ich meine Prioritäten radikal gedreht. Erfolg bedeutet für mich heute nicht mehr, wie viel Umsatz auf dem Papier steht oder ob ich das nächste „Level“ erreiche.
Erfolg bedeutet heute für mich:
Wie gut geht es mir körperlich und mental?
Wie kann ich mir und meinem Körper heute etwas Gutes tun?
Was brauche ich wirklich für ein entspanntes, selbstbestimmtes Leben?
Wie schaffe ich mir echte Energie-Reserven, statt mich ständig bis aufs Letzte auszubeuten?
Echter Erfolg ist kein Überlebenskampf. Es geht nicht darum, noch mehr Aufgaben in 24 Stunden zu quetschen, sondern zu erkennen, wann es genug ist. Den Stift hinzulegen, die Wärmflasche einzupacken, den Hund zu schnappen und sich abends mit einem Tee auf die Couch zu setzen – ohne schlechtes Gewissen.
Der Schlüssel liegt in deiner Bauweise: Warum Human Design der bessere Weg ist
Anstatt Tausende von Euro in ein anonymes Gruppencoaching zu stecken, wo du nur eine Nummer im Zoom-Call bist und ein vorgefertigtes Schema übergestülpt bekommst, lohnt sich der Blick auf dich selbst.
Genau hier setzt Human Design an.
Human Design zeigt dir deinen ganz persönlichen, energetischen Bauplan. Es gibt dir keine starren „So musst du es machen“-Regeln vor, sondern erklärt dir präzise:
Wie deine Energie wirklich funktioniert: Bist du dafür gemacht, ständig zu initiieren, oder braucht dein System Pausen und Einladungen?
Wie du richtige Entscheidungen triffst: Verlass dich nicht auf den Kopf oder den Druck von außen, sondern auf deine verlässliche innere Autorität.
Wo deine Stress-Fallen liegen: Warum du dich in bestimmten Umfeldern schnell ausgenutzt oder überfordert fühlst – und wie du dich schützt.
Ein individuelles Human Design Coaching kostet nur einen Bruchteil dieser übersteigerten Hochpreis-Programme. Aber der Wert ist ungleich höher: Du bekommst keine Schablone, sondern eine Anleitung für dich selbst. Du lernst, dein Business und dein Leben um dein Nervensystem herum zu bauen – anstatt deinen Körper für den Erfolg zu opfern.
Häufige Einwände – und warum ich sie heute anders sehe
„Aber ohne Druck komme ich doch gar nicht voran.“
Das habe ich früher auch geglaubt. Inzwischen weiß ich: Es gibt einen Unterschied zwischen gesunder Motivation, die aus einem echten „Ja“ kommt, und Druck, der aus Angst entsteht. Nur Letzteres macht auf Dauer krank – und es ist meistens genau das, was in Hochpreis-Programmen als „Antrieb“ verkauft wird.
„Ist das nicht nur eine Ausrede, um bequem zu bleiben?“
Nein. Es geht nicht darum, nichts mehr zu tun. Es geht darum, die Energie klug einzusetzen, statt sie in ein System zu pumpen, das nicht zu dir passt. Wer seine eigene Natur kennt, arbeitet oft effizienter, nicht fauler.
„Kann ich mir das nicht auch selbst beibringen, ganz ohne Coaching?“
Theoretisch schon. Aber genauso, wie ein Personal Trainer dir hilft, Fehler in der Bewegung zu sehen, die du selbst nicht bemerkst, hilft ein zweiter Blick von außen dabei, blinde Flecken in den eigenen Mustern zu erkennen – nur eben auf einen Bruchteil der Kosten eines Hochpreis-Programms.
Fazit: Hör auf, fremde Träume zu finanzieren
Wenn du das nächste Mal einen Anruf oder eine schicke Werbeanzeige von den großen Coaching-Gurus siehst, halte kurz inne. Frage dich nicht: „Was kann ich noch alles tun, um erfolgreicher zu werden?“
Frage dich stattdessen: „Was braucht mein Körper JETZT gerade, damit es mir gut geht?“
Du musst nicht die Leiter von anderen hochklettern. Lerne dich selbst kennen, respektiere deine Grenzen und baue dir ein Leben, das sich von innen gut anfühlt – nicht nur von außen gut aussieht. Meine Bluthochdruckkrise war der lauteste Weckruf, den mein Körper mir je geschickt hat. Ich wünsche dir, dass du deinen Weckruf hörst, bevor er so laut werden muss.







